150 Jahre Berufliche Bildung in Neumünster sind ein Grund zu feiern!

Verteter aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bildung kamen zur Feier im Festsaal der Stadthalle Neumünster zusammen.

Die Idee, in Neumünster eine Bildungsstätte für Jugendliche zu schaffen, entstand im 19. Jahrhundert während der dänischen Herrschaft. In den 1840er Jahren wurde der Wunsch nach einer Fortbildungsschule laut, um den jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und finanzieller Engpässe wurde 1875 schließlich eine städtische Fortbildungsschule gegründet, die den wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der aufblühenden Gewerbelandschaft Neumünsters decken sollte.

Die erste Fortbildungsschule öffnete am 2. November 1875 unter der Leitung von W. Tanck. Anfangs waren die Schülerzahlen gering, doch die Nachfrage stieg rasch. Bis 1895 waren bereits 284 Erwachsene eingeschrieben. Die Schule entwickelte sich kontinuierlich weiter und passte ihren Lehrplan an die gesellschaftlichen Veränderungen an.

Die Bedeutung der beruflichen Bildung für die wirtschaftliche Entwicklung Neumünsters kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Fortbildungsschule spielte eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung der Qualifikation der Arbeitskräfte und der Minderung des Fachkräftemangels. Dies war besonders wichtig, da Neumünster sich als Gewerbezentrum etablierte und zahlreiche Industrien ansiedelten. Die Ausbildung von Tuchmachern, Webern und anderen Handwerkern war entscheidend für das Wachstum der lokalen Wirtschaft.

In den folgenden Jahrzehnten erlebte die Schule zahlreiche Umstrukturierungen. Die Einführung des Berufsgrundbildungsjahres und die Modularisierung der Lehrpläne in den 1970er Jahren waren bedeutende Schritte zur Modernisierung der Ausbildung.

Weitere Information zur Geschichte der beruflichen Bildung in Neumünster sind hier zu finden.

Neben den Grußworten von Oberbürgermeister Tobias Bergmann, Andreas Bitzer (Schulleiter der Walther-Lehmkuhl-Schule) und Olaf Hirt (Schulleiter der Theodor-Litt-Schule) sprach Dr. Arno Broux, der stellvertretende Direktor des Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB) sowie Leiter des Landesseminars für Berufliche Bildung (LSBB).

In ihrer unterhaltsamen Festrede gingen Andreas Bitzer und Olaf Hirt auf die aktuelle sowie zukünftige Entwicklung der Beruflichen Bildung ein. Sie verdeutlichten, dass sich diese bereits in der Vergangenheit kontinuierlich verändert hat.

Besonders hervorzuheben waren die musikalische Begleitung von Jan Kjell Saemann und der Vortrag eines Textes von Poetry-Slammer Björn Högsdal, den dieser zur Jubiläumsfeier verfasst hatte.

Heute sichern die drei Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) Neumünsters die berufliche Bildung junger Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Elly-Heuss-Knapp-Schule, die Theodor-Litt-Schule und die Walther-Lehmkuhl-Schule bieten eine Vielzahl von Ausbildungsberufen und Vollzeitbildungsgängen an, die bis zum Abitur führen. Ihre kontinuierliche Entwicklung und Anpassung spiegeln die dynamischen Veränderungen in der Gesellschaft und der Wirtschaft wider. Der beruflichen Bildung in Neumünster kommt eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum der Region zu.

Derzeit profitieren an den drei Regionalen Berufsbildungszentren Neumünsters rund 6.000 Schülerinnen und Schüler von einer fundierten allgemeinen und beruflichen Bildung, die ihnen den Erwerb wichtiger Kompetenzen für ihre zukünftigen Karrierewege ermöglicht.

Herzlichen Dank an Robert Semkow (Moderation), Björn Högsdal (Poetry Slam), Jan Kjell Saemann (Klavier) und an alle weiteren Beteiligten für die gelungene Feierlichkeit!

 

Alle Bilder Lucks/SHIBB