Am 16. September 2026 haben die Auszubildenden der Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen im ersten Ausbildungsjahr einen Schultag lang über Wasserknappheit verhandelt. Stefan Kunterding, Referent für EU und Europa bei der Deutschen Gesellschaft e. V., hat das Planspiel „H2O_hne“ mit ihnen durchgeführt.
Das Szenario: Dürrenfeld, ein ländlicher Landkreis mit rund 30.000 Einwohnern, leidet unter anhaltender Dürre. Die Wasserressourcen sind stark belastet. Sowohl die geplante höhere Entnahme aus dem Dürrenfelder See als auch neue Gewerbegebiete stoßen auf Widerstand. Die Landrätin lädt deshalb zu einem runden Tisch ein, an dem Anwohner, Landwirtschaft, Gewerbe, Umweltverbände und die örtlichen Wasserwerke gemeinsam Empfehlungen erarbeiten sollen.
Die Auszubildenden übernahmen diese Rollen und vertraten deren Interessen. Wie viel Wasser bekommt die Industrie, wie viel die Landwirtschaft? Muss der private Verbrauch begrenzt werden? Die Diskussion war lebhaft, und schnell wurde klar, dass keine Seite ihre Position vollständig durchsetzen kann. Wer zu einer Lösung kommen wollte, musste zuhören, Argumente abwägen und kompromissbereit sein.
Das Thema betrifft die Auszubildenden direkt in ihrer täglichen Arbeit. Im Planspiel haben sie erlebt, dass Wassermangel nicht nur eine technische Frage ist, sondern auch gesellschaftliche und politische Konflikte auslöst. Diese unterschiedlichen Aspekte sollen sie künftig selbst analysieren können.
Auch Deutschland ist betroffen. Die Deutsche Gesellschaft verweist auf Satellitendaten, nach denen Deutschland in den letzten zwanzig Jahren zu den Ländern mit dem weltweit größten jährlichen Wasserverlust gehört. Die junge Generation wird mit den Folgen am längsten leben. Deshalb gehören solche Zukunftsthemen in den Schulalltag. Ein Planspiel eignet sich dafür gut, weil die Auszubildenden nicht nur Informationen aufnehmen, sondern selbst verhandeln und Verantwortung für ein Ergebnis übernehmen.
Für Auszubildende und Lehrkräfte war es ein gewinnbringender Schultag. Wir danken Herrn Kunterding und der Deutschen Gesellschaft e. V. für den Besuch.
Das Projekt „H2O_hne“ wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.